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Offiziell: Laien-Reanimation-Ausbildung wird in Schulen ab Sekundarstufe I verpflichtend

Viel zu wenige Menschen in Deutschland trauen sich zu, bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand Notfallmaßnahmen anzuwenden. Das gilt für Menschen jeden Alters. Nur in etwa der Hälfte dieser Notfälle werden vor Ort anwesende Ersthelfende aktiv und beginnen vor Eintreffen des Rettungsdienstes mit Maßnahmen der Wiederbelebung. Deswegen wird in zu vielen Fällen mit der Reanimation zu spät begonnen. Denn nach wenigen Minuten ohne Sauerstoff können bereits bleibende Hirnschäden entstehen. Mit jeder weiteren Minute steigt dieses Risiko exponentiell.

Nachwuchs in Schulen stärken und Ängste abbauen

Deshalb plant das NRW-Ministerium für Schule und Bildung in Zusammenarbeit mit dem Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland, der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft, dem Deutschen Roten Kreuz, der Johanniter-Unfall-Hilfe und dem Malteser Hilfsdienst, Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I ab der 7. Klasse flächendeckend in lebenswichtigen Fähigkeiten zur Laien-Reanimation zu schulen. Dadurch sollen Ängste und Unsicherheiten abgebaut und Schülerinnen und Schüler dazu ermutigt werden, im Notfall einzugreifen.

© MSB-NRW

Start ab Schuljahr 2026/2027

In Nordrhein-Westfalen wurde bereits im Jahr 2017 das Modellprojekt Laienreanimation an Schulen in NRW erfolgreich umgesetzt – und mehr als 40.000 Schülerinnen und Schüler sowie über 1.000 Lehrkräfte an rund 250 Schulen in Laienreanimation geschult. Mit dem Schuljahr 2026/2027 soll das Programm auf alle allgemeinbildenden Schulen im Bereich der Sekundarstufe I ausgeweitet werden. Dazu unterzeichneten die Hilfsorganisationen am 14.01.2026 im Düsseldorfer Landtag eine entsprechende Vereinbarung in Anwesenheit von NRW-Schulministerin Dorothee Feller (CDU).

Ohne Hilfsorganisationen Umsetzung nicht möglich

Im Rahmen der Laien-Reanimations-Ausbildung sollen die Schülerinnen und Schüler mindestens einmal während der Klassen 7 bis 9 in Reanimationsmaßnahmen geschult werden, um in einem medizinischen Notfall die richtigen Hilfsmaßnahmen anzuwenden – insbesondere die Herzdruckmassage.

Der Reanimationsunterricht folgt dem sog. Bronze-Standard (Prüfen-Rufen-Drücken) der Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe. 

Alle Schulen sollen über eigene Reanimationsphantome verfügen, Lehrkräfte über Online-Videos oder Präsenzschulungen im Rahmen der Lehrkräftefortbildung vorbereitet werden. Jährlich sind Mittel in Höhe von 300.000 Euro geplant. Im Rahmen der Unterzeichnung betonte Ministerin Feller, dass eine Umsetzung ohne die Zusammenarbeit mit den Hilfsorganisationen und deren Expertinnen und Experten gar nicht vorstellbar wäre – denn sie kümmern sich um die Fortbildungen für Lehrkräfte im Rahmen der staatlichen Lehrkräftefortbildung und stellen auch Materialien zur Durchführung des Projektes bereit.

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